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21.04.2020

Zum Beginn des Digitalunterrichts: Landesschülerrat warnt vor Überlastung

Zum Beginn des Digitalunterrichts: Landesschülerrat warnt vor Überlastung

Zum Beginn des verbindlichen "Lernens zu Hause" an den niedersächsischen Schulen an diesem Mittwoch befürchtet der Landesschülerrat Überschreitungen der maximalen täglichen Arbeitszeit.

“Verpflichtende Aufgaben können ein richtiger Schritt hin zum bestmöglichen Bildungsangebot in der Corona-Krise sein. Allerdings halten wir es für schwierig, in dieser Eingewöhnungszeit Noten zu erteilen.”, so Ole Moszczynski, Vorstand des Landesschülerrates.

Zur zeitlichen Ausgestaltung des "Lernens zu Hause" hat das Kultusministerium Richtwerte für die unterschiedlichen Altersgruppen benannt. Niedersachsens höchste Schülervertreter*innen halten diese größtenteils für angemessen, gleichzeitig pochen sie aber auch auf deren Einhaltung.

Als Richtwerte für die tägliche Arbeitszeit nennt das Kultusministerium nach Jahrgängen:
Schuljahrgänge 1 und 2 des Primarbereiches: 1,5 Stunden
Schuljahrgänge 3 und 4 des Primarbereiches: 2 Stunden
Schuljahrgänge 5 bis 8 des Sekundarbereiches I: 3 Stunden
Schuljahrgänge 9 und 10 des Sekundarbereiches I: 4 Stunden
Schuljahrgänge 11-13 des Sekundarbereiches II: 6 Stunden

“Gerade den Jüngeren können keine langen Arbeitszeiten zugemutet werden. Das hat aber nichts mit Faulheit zu tun, sondern ist schlichtweg mit dem Kindeswohl zu begründen.”, so Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrates.

Leider zeichnet sich bereits ab, dass diese Werte teils wohl deutlich überschritten werden.

“Uns erreichen schon jetzt viele Nachrichten wie der Bericht eines Neuntklässlers, dessen Lehrer über 7 Stunden Arbeitszeit täglich verlangt”, sagt Reetz weiter, “Wir können doch nicht von Kindern erwarten, dass sie in einer 35 Stunden-Woche konzentriert an ihrem Computer Schulaufgaben abarbeiten.”

Zudem kann es auch durch die Summe der Aufgaben aus den verschiedenen Fächern zu einer versehentlichen Überschreitung der Richtwerte kommen.

“Die meisten Lehrkräfte meinen es gut mit den Aufgaben, die sie ihren Schützlingen stellen. Alle Beteiligten des Schullebens stehen vor einer neuen Herausforderung und die richtigen Wege zum Umgang mit der Situation müssen erst gefunden werden.”, sagt Celina Kruithof, stellv. Vorsitzende des Landesschülerrates.

Für ein gutes Gelingen ist das "Lernen zu Hause" nach Ansicht des Landesschülerrates auf den konstruktiven Dialog zwischen Lehrkräften und Schüler*innen angewiesen, zu dem die Schüler*innen sich explizit ermuntert fühlen sollten. Gleichzeitig liegt es auch an den Lehrkräften, sich dem Feedback ihrer Schüler*innen nicht zu verschließen.



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