Die angekündigte Preiserhöhung für das Deutschlandticket auf 63 Euro monatlich stellt für viele Schülerinnen und Schüler eine erhebliche finanzielle Belastung dar. In Hamburg wurde bereits im letzten Jahr ein kostenloses Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler eingeführt.
Die Landesschülervertretungen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen halten es für unbedingt notwendig, diesem Modell zu folgen. Die beschlossene Preiserhöhung für das Deutschlandticket wird für alle Schülerinnen und Schüler über Ländergrenzen hinweg eine finanzielle Belastung darstellen, sind sich die Schülervertretungen einig.
Der Vorsitzende des Landesschülerrates Niedersachsen, Matteo Feind, erläutert, dass im Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung aus SPD und Grünen ein vergünstigtes Ticket für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende vereinbart worden sei. Vorgesehen sei ein Preis von 29 Euro monatlich. Doch laut Verkehrsministerium sei dies in diesem Jahr „aufgrund fehlender Mittel“ nicht umsetzbar.
„Wenn Niedersachsens Wirtschaftsminister öffentlich erklärt, »Niedersachsen war und ist bereit, mehr ins Deutschlandticket zu investieren«, dann muss dieses Engagement auch den Schülerinnen und Schülern zugutekommen. Ich erwarte, dass die Landesregierung angesichts der Preiserhöhung endlich handelt und ein flächendeckend vergünstigtes Schülerticket einführt.“
Matteo Feind, Vorsitzender des Landesschülerrates Niedersachsen
Die Hamburger Schulbehörde macht vor, dass ein kostenloses Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler mit genug politischem Willen möglich ist. Dazu Dayana Lusina (Schüler:innenkammer Hamburg):
„Das kostenlose Deutschlandticket für alle Hamburger Schülerinnen und Schüler ist ein großes Privileg, welches uns im Alltag viele Vorteile bringt. Einen kostenfreien ÖPNV würden wir auch allen anderen Schülerinnen und Schüler in Deutschland wünschen!“
Der StadtSchüler:innenRing Bremerhaven erläutert, dass die Preiserhöhung eine große finanzielle Belastung, vor allem für Bremer Schülerinnen und Schüler darstellt, da diese an einer höheren Armutsquote als Schülerinnen und Schüler in allen anderen Bundesländern leiden. Daher fordert der StadtSchüler:innenRing ebenfalls, dass allen Schülerinnen und Schülern ein kostenloses Deutschlandticket zur Verfügung gestellt wird.
,,Es muss ein allgemein vergünstigtes ÖPNV-Ticket für Schülerinnen und Schüler geben! Bildungsgerechtigkeit darf nicht schon an dem Weg zur Schule scheitern.“
Emma Schornstein, Landesschüler:innenvertretung der Gymnasien in SH
In Schleswig-Holstein hängt eine Vergünstigung vom Kreis ab, somit wird nicht sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem vergünstigten Ticket erhalten.
Für den Landesschülerrat Mecklenburg-Vorpommern stellt die erneute Preiserhöhung einen Schlag ins Gesicht für jede Schülerin und jeden Schüler dar. Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrats M-V, erläutert:
„Die Preise sind zu teuer, die Anbindung zu schlecht. Da stellen sich viele Schülerinnen und Schüler die Frage, ob sie nicht lieber zu Hause bleiben sollten, anstatt sich mit Freunden zu treffen. Dieses Problem existierte schon bei 49 Euro oder 58 Euro. Doch anstatt dieses Problem anzugehen, wird es zu mehr verstärkt. Und das zulasten von denen, die es so oder so schon viel zu schwierig in ihrem Leben haben: Die, bei denen das Portemonnaie der Eltern eben nicht groß genug ist, um das Ticket zu bezahlen.“
PM Norddeutsche Landesschülervertretungen zur Preiserhöhung für das Deutschlandtticket
